Veranstaltungen zum Thema rechte Gewalt und die Rolle der Sicherheitsbehörden

Hannibal im Ländle – Rechte Schattennetzwerke in Polizei und Bundeswehr
Referentin: taz-Reporterin Christina Schmidt
Mittwoch, 23. Oktober 2019 um 19 Uhr
Veranstaltungsort: Eintanzhaus in G 4,4, Mannheim

Vom NSU bis zum Mordfall Lübcke – Rechter Terror und die Verantwortung der Sicherheitsbehörden
Veranstaltung mit den Journalist*innen Heike Kleffner und Sven Ullenbruch
Mittwoch: 20.11.2019
Ort: folgt


Hannibal im Ländle – Rechte Schattennetzwerke in Polizei und Bundeswehr

Referentin: taz-Reporterin Christina Schmidt

Mittwoch, 23. Oktober 2019 um 19 Uhr

Veranstaltungsort: Eintanzhaus in G 4,4, Mannheim

Er war der Kopf eines bundesweiten konspirativen Chat-Netzwerkes, Elitesoldat beim Kommando Spezialkräfte – und Auskunftsperson für den
Militärischen Abschirmdienst. Seine Chatname: Hannibal. Mit aufwendigen Recherchen hat ein Team der taz ein bundesweites Netzwerk aus Preppern
und Staatsbediensteten rekonstruiert, das bis in die Bundeswehr, Polizei und den Verfassungsschutz hineinreicht.

Die Recherchen der taz zum Hannibal-Komplex dauern seit mehr als zwei Jahren an und führen in Verfassungsschutzbehörden und Bundeswehr hinein;
hinaus aufs Land zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg; auf Facebookprofile philippinischer Politiker und in Telegram-Chats deutscher Verschwörer.

Das Ergebnis: Eine Welt von Preppern mit Umsturzfantasien und besten Verbindungen in staatliche Behörden, in der paramilitärische Trainings für Zivilisten stattfinden und Mitglieder eines gemeinnützigen Vereins den Sicherheitskräften des philippinischen Autokraten Rodrigo Duterte Ausbildungen anbieten.

Grafiken zur Bewerbung:


Vom NSU bis zum Mordfall Lübcke – Rechter Terror und die Verantwortung der Sicherheitsbehörden

Veranstaltung mit den Journalist*innen Heike Kleffner und Sven Ullenbruch

Datum: 20.11.2019
Ort: folgt

Der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke zeigte drastisch, welche Gefahr von rechten Terrorstrukturen in Deutschland ausgeht. Doch die Bedrohungslage ist nicht neu. Jahrelang zog der NSU mordend durch die Bundesländer, ungestört von den Sicherheitsbehörden, die es eigentlich hätten wissen müssen. In Heilbronn erschossen die NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im April 2007 die Polizistin Michèle Kiesewetter und verletzten ihren Streifenkollegen schwer. Auch der mutmaßliche Mörder von Walter Lübcke tauchte schon damals im NSU-Umfeld auf.

Können oder wollen die Sicherheitsbehörden den rechten Terror nicht stoppen? Die Journalist*innen Heike Kleffner und Sven Ullenbruch haben die Aufarbeitung der NSU Mordserie und die verschiedenen parlamentarischen Untersuchungsausschüsse beobachtet. Gemeinsam mit weiteren Autor*innen haben sie das Buch „Rückhaltlose Aufklärung? NSU, NSA, BND – Geheimdienste und Untersuchungsausschüsse zwischen Staatsversagen und Staatswohl“ geschrieben, das in diesem Jahr veröffentlicht wurde.

Sie gehen der Frage nach, ob das NSU-Netzwerk den Behörden tatsächlich unbekannt war oder ob bewusst vertuscht und weggesehen wurde. Was ist dran an den Thesen des Trios im Fall NSU und des Einzeltäters im Fall Lübcke? Was bedeuten die Erkenntnisse für die heutige Sicherheitslage? Ist die Bedrohung durch ein rechtes Terrornetzwerk weiterhin akut und können wir den Sicherheitsbehörden trauen?